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( letzte Ergänzung am 17.09.2018 )

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Von Fiesch im Goms aus besuchten wir die Fiescheralp und die Bettmeralp. Beide Orte kannten wir nicht. Von der Fiescheralp aus fuhren wir mit der Gondel noch weiter hoch. Von der Bergstation war es dann nicht mehr weit auf die Spitze des Eggishorn (2926 m). Von da aus hatten wir das beste Panorama das man sich vorstellen kann: Der Aletschgletscher unter uns, das Jungfraujoch, das Aletschhorn, in anderer Richtung Mischabel, Weisshorn, und Matterhorn. Sogar den Mont Blanc konnten wir sehen. Ein weiterer Ausflug von Fiesch aus führte uns das Fieschertal weiter aufwärts Richtung Fieschergletscher.

Nach neun Tagen in Fiesch und im Goms gings Richtung Bündnerland, über Furkapass und Oberalppass. Zwei Pässe an einem Tag wäre für uns zu viel gewesen. So legten wir einen Stop in Andermatt ein, für eine Nacht. Das hat sich auch wettermässig gelohnt. Die erste Station im Bündnerland war in Carrera, etwas abwärts von Ilanz, auf der rechten Seite des Vorderrheintals, gegenüber von Laax. Der Campingplatz von Carrera wurde vor allem von Wildwasserfahrern besucht. Die Rheinschlucht und die Kanuschule Versam waren in der Nähe. Wir erkundeten den wohl interessantesten Teil der Rheinschlucht, die Strecke zwischen Valendas und Versam. Von Carrera aus besuchten wir das Safiental. Es war das erste Mal für uns. Mit dem Postauto fuhren wir bis zur Endstation Turahus. Von da gings zu Fuss weiter bis zu den letzten paar Häusern im Tal. Bezeichnenderweise hiess es da "Z'Hinderst". Ab und zu hörten wir einen Schuss. Es war Jagdzeit. Ein Jäger zeigte uns einen erlegten Mungg. Der Jäger meinte die Munggen seien für die Bauern eine Plage. Die Bauern seien deshalb froh, wenn die Jäger ein paar erlegen. Das Safiental ist wirklich interessant. Zuerst eine tiefe enge Schlucht. Später wird das Tal offener. Die Dörfer, zum Beispiel Tenna und Safien, liegen am westlichen (linken) Talhang. Und darüber sind grosse Alpgebiete.

Die nächste Station war Andeer im Rheinwald, zwischen Thusis und Splügen. Von Andeer aus besuchten wir Splügen, seit dem späten 13. Jahrhundert ein Walserdorf. Splügen erhielt 1995 den Wakkerpreis (für den beispielhaften Schutz des Ortsbildes). Von Andeer aus wanderten wir auch zur Rofflaschlucht.

Die Geschichte der Erschliessung dieser Schlucht für den Tourismus ist interessant. Wir finden sie erwähnenswert: Am Weg über den Splügen war bei der Rofflaschlucht ein Gasthaus. Als 1882 die Gotthardeisenbahn eröffnet wurde blieb der Verkehr über den Splügen fast vollständig aus. Die damaligen Wirtsleute, die Familie Pitschen Melchior, waren gezwungen nach Amerika auszuwandern. Dort besuchte Pitschen auch den Niagara-Wasserfall. Er sah, dass mit Naturschönheiten Geld zu verdienen war. So beschlossen die Auswanderer zurückzukehren und den Wasserfall in der Rofflaschlucht als Sehenswürdigkeit für Touristen zu erschliessen. Von 1907 - 1914 sprengte Pitschen eigenhändig (und jeweils im Winter) eine Galerie aus dem fast senkrechten Felsen. Kurz vor dem Wasserfall auch einen kurzen Tunnel. Dank dieser sicher enormen Leistung konnten wir unter dem Wasserfall, und somit unter dem Hinterrhein, hindurchlaufen.

Nach Andeer gings ins Bergell, via Splügenpass und Chiavenna. Wir beide kannten diesen Pass nicht. Die Fahrt über den Splügenpass war spektakulär. 75 Spitzkehren, davon 52 auf der italienischen Seite (nicht gezählt, aber Wikipedia schreibt so).

Nun sind wir seit drei Tagen im Bergell, auf dem schönen und ruhigen Campingplatz von Vicosoprano.
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